Nachhaltige Stadtentwicklung

Nachhaltige Stadtentwicklung ist mehr als nur Bauen.

Für mich bedeutet Stadtentwicklung, auf die folgende Frage Antworten zu finden:

Wie gestalten wir sozial gerecht und ökonomisch verträglich, klima- und umweltgerecht und nicht zuletzt finanzierbar – oder kurz gesagt nachhaltig – die Zukunft unserer ganzen Stadt: Für Jung und Alt, Familien, Menschen mit Behinderung, Vereine, Wirtschaft und Betriebe vor Ort, Alteingesessene und „Neu-Alzenauer/innen“?

Sozial gerechte und ökonomisch verträgliche Stadtentwicklung bedeutet für mich:

  • Eine bedarfsgerechte Seniorenarbeit in allen Stadtteilen durch Unterstützung der bereits tätigen Vereine und Initiativen
  • Förderung der Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene. Das Jugendzentrum „Jump-In“ und die „Teestube“ der Jugendinitiative Alzenau bieten bereits eine Menge, zusätzliche Angebote für 18 – 25-jährige müssen folgen.
  • Ausreichende Kita- und Hortplätze für Familien und Alleinerziehende
  • Bezahlbare Wohnungen und zusätzlicher geförderter Wohnraum, z. B. durch die kreiseigene Wohnbaugesellschaft sowie Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung
  • Vereins- und Ehrenamtsförderung durch eine/n Ehrenamtsbeauftragte/n: viele Vereine stehen nicht nur durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie vor großen Veränderungen
  • Lokale Wirtschaft und Betriebe: die Bestandspflege ist das A und O, Einberufung eines runden Tisches, um aktuelle Entwicklungen wie derzeit etwa die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu diskutieren

Klima- und umweltgerechte Stadtentwicklung bleibt eine dauerhafte Aufgabe. Nicht erst der Sturm letztes Jahr hat uns gezeigt, was die Natur kann – auch die milden Winter, die trockenen Sommer zusammen mit Starkregen bringen viele Veränderungen mit sich.

Wir müssen dem begegnen, indem wir uns auf den Weg zu einer klimaangepassten Kommune machen! Und bei allem, was wir umsetzen, müssen wir die Auswirkungen auf Umwelt und Klima mitdenken.

Als zusätzliche Basis aller kommenden Planungen werde ich eine „Klimafunktionskarte“ für das gesamte Stadtgebiet in Auftrag geben. Diese Karte erfasst die Einflüsse auf das Stadtklima und liefert wichtige Hinweise, z. B. zur Durchlüftung und Überwärmung.

Darauf aufbauend gilt es, für die Stadtentwicklung als Beispiel folgende Themen zu bearbeiten:

  • Flächenentsiegelung – nicht mit Strafen, sondern mit Anreizen
  • In „zurückzuhaltendem“ Wasser denken, z. B. durch Zisternenförderprogramme
  • Schatten- und Grünflächen schaffen oder erhalten, Hitzeaktionspläne erarbeiten
  • Starkregenmanagement
  • Wiederbelebung und Weiterentwicklung der „Solarstadt Alzenau“

Flächennutzungsplan fortführen
Alzenau braucht einen überarbeiteten und angepassten Flächennutzungsplan. Auch hierbei soll die Klimafunktionskarte helfen. Wir müssen gemeinsam festlegen, wo zukünftig noch gebaut werden kann. Dabei gilt es, das „Ausfransen“ der Stadtteile zu verhindern und gleichzeitig dem Bedarf an weiterem Wohnraum entgegenzukommen.

Der Flächennutzungsplan sollte also auch einen (Wohn-) Bauentwicklungsplan umfassen, der freie Flächen und unbebaute Grundstücke benennt. Auf den städtischen Grundstücken muss die Möglichkeit zur Verdichtung genutzt werden, mit den Eigentümerinnen und Eigentümern privater Grundstücke werde ich dazu in einen regelmäßigen Kontakt und Austausch treten.